Situation der Pflegeberufe in Mecklenburg-Vorpommern

In Folge des demografischen Wandels ist sowohl durch die Alterung der Bevölkerung als auch durch die Abwanderung eher jüngerer Menschen zur Ausbildung oder Erwerbstätigkeit mit einer Zunahme der Pflege durch professionelle Pflegekräfte in ambulanten und teilstationären Pflegestrukturen zu rechnen. Damit einher geht ein erhöhter Bedarf an ausgebildeten Pflegefachkräften.

Um diesen kurz skizzierten Auswirkungen des demografischen Wandels erfolgreich begegnen zu können, bedarf es neuer und veränderter Ansätze zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, zum Erhalt und zur Förderung der Gesundheit der Beschäftigten sowie zur Erleichterung der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit in der Pflege. Voraussetzung für die Entwicklung neuer Ansätze ist eine grundlegende Ist-Analyse, um fördernde und hemmende Faktoren identifizieren und somit Handlungspotenziale aufzeigen zu können.

Eine solche Situationsanalyse der Pflegeberufe bedarf jedoch eines sektorenübergreifenden Blickes, da ausgebildete Pflegefachkräfte sowohl in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken, in Arztpraxen und Medizinischen Zentren als auch in ambulanten, teil- und vollstationären Pflegeeinrichtungen beschäftigt sind. In Mecklenburg-Vorpommern arbeiteten 2011 insgesamt über 24.100 Beschäftigte in den Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, in den Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten in Pflegeberufen.

Im Mittelpunkt der Sozialberichterstattung stehen die Unternehmen und Beschäftigten in der Pflege in Mecklenburg-Vorpommern mit ihren Arbeits- und Rahmenbedingungen, einschließlich der Ausbildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten. Im Besonderen geht es um die Sicherung von Pflegeaufgaben im (peripheren) ländlichen Raum unter dem Einfluss des demografischen Wandels, um die Erhöhung der Attraktivität des Pflegeberufes in der eigenen und öffentlichen Wahrnehmung sowie um die Weiterentwicklung der Pflegeberufe.

Ebenfalls in den Blick genommen werden sollen die Potenziale und Chancen, die sowohl in einer besseren Vereinbarkeit von Familienverantwortung und Erwerbstätigkeit als auch in einem guten betrieblichen Gesundheitsmanagement in der Pflege liegen. Gelingt es den Pflegeeinrichtungen, den familiären Ansprüchen der Beschäftigten besser gerecht zu werden, ist es wahrscheinlicher, aktuelle Teilzeitbeschäftigungen stärker in Richtung Vollzeit ausbauen zu können. Werden die mit dem Beruf verbundenen gesundheitlichen Belastungen zeitnaher und kontinuierlich aufgefangen und abgebaut, können hohe Krankenstände, Fluktuation und Berufsaufgabe gesenkt sowie die Motivation und Beschäftigungsfähigkeit langfristiger erhalten werden. Mittel- bis langfristig ist mit solchen Maßnahmen – insbesondere begleitet durch eine positive öffentliche Kommunikation – eine Verbesserung des Berufsimages und eine Erhöhung der Attraktivität der Pflegeberufe verbunden.

Dies wiederum könnte ein höheres Interesse junger Menschen am Pflegeberuf bewirken – eine Chance, die angesichts der absehbaren demografischen Entwicklungen in beide Hände genommen werden sollte.

Projektzeitraum: Oktober 2013 bis Juli 2014

Bearbeiter/-innen: Prof. Dr. Wolfhard Kohte (Projektleitung), Dipl.-Soz. Sabine Böttcher, Dipl.-Soz. Christina Buchwald

Auftraggeber: Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern